Parkplatznot: Entlastung zum Nulltarif nicht möglich

Die Diskussion um die Parkplatznot in Stadtteilen wie zum Beispiel Schleußig, Plagwitz oder dem Waldstraßenviertel muss für pragmatische Lösungen geöffnet werden, fordert der neu gewählte FDP-Stadtrat René Hobusch (32): „Eine Entlastung zum Nulltarif kann es aber nicht geben. Das muss allen Beteiligten klar sein. Es hat seinen durchaus gerechtfertigten Preis, in Gegenden wie Schleußig, Plagwitz oder dem Waldstraßenviertel zu wohnen. Dafür nehmen die Mieter auch monatliche Stellplatzmieten von bis zu 50 Euro in Kauf. Aber die Flächen reichen nicht annähernd, um den tatsächlichen Bedarf zu liefern. Das alltägliche Parkchaos ist keineswegs der mangelnden Bereitschaft zu zahlen geschuldet, sondern dem objektiven Mangel an geeigneten Flächen. Aber mehr als 50 Euro im Monat sind keinem Anwohner zuzumuten, das muss die Stadt einsehen.
Das ist auch eine Frage der politischen Redlichkeit: Denn die Vermieter zahlen Stellplatzablösen an die Stadt, weil sie selbst den geforderten Parkraum nicht vorhalten können. Das Geld soll von der Stadt genutzt werden, dafür Ersatz zu schaffen. Aber in Leipzig wird deren Geld stattdessen vorrangig in den ÖPNV gesteckt. Das ist falsch. Übrigens, stattdessen den Anwohnern das Geld noch mit Knöllchen aus der Tasche zu ziehen, setzt dem ganzen die Krone auf! Wo die Stadt sich konsequent und jahrelang der Lösung der Parkplatznot verweigert, darf sie nicht auf Knöllchenjagd gehen!
Die FDP fordert die konsequente Nutzung der Einnahmen aus den Stellplatzablösen zur Schaffung von Parkplätzen. Das kann natürlich nur einen kleinen Teil der Kosten decken. Aber auch die Mieter in den betroffenen Viertel werden nicht ganz ohne eigenen Anteil zu mehr Parkplätzen kommen, das muss allen klar sein: Überbreite Gehsteige müssen stellenweise zurückgebaut werden, der eine oder andere Baum wird weichen müssen und auch die Schaffung von Einbahnstraßen wird im Einzelfall notwendig sein. Auch moderate Stellplatzmieten werden auf die Bewohner der vom Parkchaos betroffenen Viertel zukommen. Ein ganzes Maßnahmenpaket muss mit Augenmaß und Pragmatismus geschnürt werden. Genug geredet! Wir brauchen jetzt zügig konkrete Vorschläge von der Verwaltung, damit es bald Entlastung geben kann.
In den letzten Wochen hat die Stadtverwaltung immer wieder Signale gegen den Individualverkehr gesendet – von Horrorszenarien von völlig überhöhten Stellplatzmieten durch private Anbieter über die Einführung der Umweltzone bis hin zu Spekulationen über eine Citymaut und die autofreie Innenstadt. Das ist der falsche Weg! Leipzig darf sich nicht auf Kosten der Einwohner als autofeindliche Stadt profilieren. Das ist nicht im Interesse der Bürger. Hier muss ein neuer Geist einziehen: Wir brauchen einen Interessensausgleich, statt Autofahrer weiter zu stigmatisieren. In der modernen Arbeitswelt sind viele auf einen Pkw angewiesen. Auch ein Familienleben mit kleinen Kindern ist ohne Auto kaum zu managen. Wenn die Stadt das nicht akzeptiert, vertreibt sie ihre Leistungsträger, nämlich junge Familien und Berufstätige.“



.. wie komme ich zu meinem Recht? Als Innenstadtbewohner bekommen mein Sohn und ich (bewohnen jeweils eine Whg. Klostergasse /Thomasgasse) keinen Anwohnerparkausweis mehr. Wir sollen in der Tiefgarage Plätze anmieten, deren Kosten pro Platz & Monat bei 95 Euro liegen! Wir wohnen seit 2 Jahren hier, plötzlich streicht man die Genehmigungen. Nicht einmal außerhalb des Innenstadtrings besteht eine Möglichkeit zum Parken! Soviel zum attraktiven Wohnen in der Innenstadt! Wir sind keine Großverdiener, ich fühle mich genötigt!
Ich bin unendlich wütend, werde gar nicht mehr wählen gehen!
Ich bin 53 Jahre, schon immer Leipziger, zahle meine Steuern etc. und werde jetzt so bestraft! Chr. Maul
Willkommen im letzten Jahrhundert- bürgerfreundliche lebenswerte Kitze statt autogerechter Stadt. Das sind doch längst gescheiterte Konzepte. Lassen Sie die Bäume leben. Unterstützen sie einen attraktive leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr. Ich bin nicht bereit für Parken zu bezahlen. 50 €/monatlich wie soll Bürger die bei den Löhnen hernehmen? Welches Mobilitätskonzept haben sie?
Mit freundlichen Grüßen
Bert Heymann
Ich finde die ganze Aktion sehr merkwürdig. So groß kann das Problem nicht sein, denn wie sonst ist zu erklären, dass kostenpflichtige Stellplätzflächen in Schleußig über Monate lang keinen Mieter finden?
Meiner Meinung nach sollte an den Rand des Stadteils ein großes Parkhaus erstellt werden (Rödelstraße) und dannach das illegale Parken strikt unterbunden werden. Dann ist der Druck groß genug, Plätze zu mieten und ein solches Haus kann sich rentieren.
Nein, Schleußig braucht nicht mehr Parkplätze sondern mehr Spielplätze, mehr Grün und mehr fahrradfreundliche Straßen! Die meisten schleußiger Haushalte haben eh’ kein Auto. Und die Minderheit mit Auto blockiert den wertvolle Straßenraum und Gehwege, um ihr Blech zu parken. Mit Kinderwagen oder Rolstuhl kommt man oft nicht mehr durch!
Viel wichtiger als Parkplätze ist es, die Straßen endlich mal zu sanieren, die Straßenbahn auszubauen, den Verkehr auf den Hauptstraßen zu entschleunigen (Lärm+Staub!) und die Anbindung des Nonnenweges zu asphaltieren, damit man angenehm Fahrrad fahren kann sowie den Gehwegen wieder ihre ursprüngliche Bestimmung zukommen zu lassen: als Aufenthaltsraum für Menschen statt Maschinen!